Blue Whale-Challenge: ein gefährliches "Spiel"

Der Name der Blue Whale-Challenge leitet aus der Theorie ab, wonach sich Blauwale gezielt an den Strand spülen lassen, um sich zu suizidieren. Daraus lässt sich schlussfolgern, was als Ziel der Blue Whale-Challenge angestrebt wird: der Selbstmord des Kindes oder Jugendlichen, welches die Challenge beginnt.

Die Challenge besteht in aller Kürze zusammengefasst aus 50 Teilaufgaben die der Spieler zu "meistern" hat. Nach seiner Anmeldung auf einer Social Media-Plattform erhält der Challenger einen „Paten“ als Spielleiter für das Spiel zugeteilt. Dieser stellt dem Spieler an 50 aufeinanderfolgenden Tagen eine Aufgabe per WhatsApp.  

Die erste Aufgabe besteht i.d.R. darin, sich einen Blauwal in die Handfläche oder den Arm zu ritzen, um seine Zugehörigkeit zur Challenge zu besiegeln. 

Die Folgeaufgaben sind mal mehr, mal weniger gefährlich. Sie bestehen z.B. darin, sich nachts um 4:20 Uhr den Wecker zu stellen und einen Gruselfilm anzuschauen, ein trauriges Gedicht zu schreiben, sich mit einer Nadel in den Arm zu stechen oder sich zu ritzen, sich nachts zu irgendwelchen Bahngleisen zu begeben, sich auf das Dach eines Hochhauses zu begeben und sich dort an den Rand zu stellen, einen Tag lang mit niemandem zu reden, seine Eltern zu bestehlen und weitere.

Von allen „bestandenen“ Einzel-Challenges muss der Challenger ein Beweisfoto oder -Video an seinen Paten senden.

Die gesamte Challenge dient dazu, sich Stück für Stück über eigene Grenzen hinwegzusetzen, sich dem Spielleiter mehr und mehr auszuliefern und dessen Anordnungen willenlos folgezuleisten.

Etwa in der Mitte der Challenge erfährt der Teilnehmer von seinem Paten sein geplantes Todesdatum. Er wird aufgefordert, das Datum zu akzeptieren und ein „Todesgeständnis“ abzuliefern. Tut er das nicht, wird mit der Ermordung der Eltern oder von Freunden o.ä. gedroht. Ebenso wird gedroht, wenn der Spieler aus dem Spiel aussteigen möchte.

Nachdem der Teilnehmer so also eine Reihe von höchst bedenklichen und gefährlichen Herausforderungen bestanden hat, besteht die letzte Aufgabe darin, sich selbst umzubringen.

Bei der Blue Whale Challenge soll es sich bislang vor allem um ein russisches Phänomen handeln, welches auch dort seinen Ursprung genommen hat. Daher sollen an der Challenge bisher vor allem russische Jugendliche teilgenommen haben. Allmählich schwappt die Blue Whale Challenge jedoch auch auf die baltischen Staaten, Westeuropa und die USA über.

Eine genaue Zahl der Opfer gibt es bislang nicht. Laut diverser Meldungen muss man aber von 90 bis 250 Jugendlichen ausgehen, die aufgrund der Teilnahme an der Blue Whale-Challenge Suizid begangen haben. Genau belegen lassen sich diese Zahlen jedoch nicht. Auch die Frage, ob die Spieler erst durch die Challenge zum Selbstmord getrieben wurden, oder ob es sich um sehr labile Jugendliche handelte, die explizit im Netz nach ausgefallenen Suizid-Optionen gesucht hatten, ist ebenfalls noch nicht geklärt.

Es gibt Berichte darüber, dass der 21-jährige Erfinder des Spiels, Philipp Budeikin, sowie diverse „Administratoren“ bereits festgenommen wurden. Jedoch scheint der „Trend“ dadurch nicht gestoppt, da sich immer weitere Personen finden, die gezielt versuchen, empfängliche Kinder und Jugendliche zu rekrutieren. Das Spiel hat sich ein Stück weit verselbständigt und russische Medien berichten fast täglich von Opfern.

Erkennungszeichen für das „Spiel“ ist vor allem der Blauwal. Daher sollte bei gefährdeten oder labilen Kindern und Jugendlichen, die vielleicht auch schon Merkmale von Selbstverletzung aufweisen, insbesondere auch das Zeichen des Blauwals - entweder als Ritz-Mal auf dem Körper, aber auch in gemalter Form („Kugelschreiber-Tattoo“) oder bei vermehrtem Auftreten z.B. als Zeichnung in Schulheften o.ä. ein höchstes Alarmsignal darstellen.

Weitere Anzeichen sind totaler Rückzug aus der üblichen Bezugsgruppe, Verweigerung von Gesprächen, (geistiger) Rückzug aus dem Schulalltag und dem sonstigen Leben und jegliche Hinweise, die auf einen geplanten Suizid rückschließen lassen.

Bei Hinweisen auf Suizidgedanken von Kindern und Jugendlichen ist höchste Aufmerksamkeit und sofortiges Handeln geboten. 

Hilfe und Unterstützung

Hilfe und Unterstützung bieten Schulpsychologen und Schulsozialarbeit und die bundesweite Telefon-Seelsorge. Der Anruf bei der Telefonseelsorge ist nicht nur kostenfrei, er taucht auch nicht auf der Telefonrechnung auf, ebenso nicht im Einzelverbindungsnachweis.

 

Hilfe via Telefon: 

Telefonseelsorge: 0800/1110111 oder 0800/1110222

Hilfe via Chat:

https://ts-im-internet.de/

Weitere Informationen bei Hinweisen auf Suizidgefährung:

https://www.suizidprophylaxe.de/

© Selbst und Bewusst Andrea Salomon & Guido Schenk GbR © Selbst und Bewusst GbR
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